20.02.2011
Requiem der Neuzeit
Ort: Marienkirche Owen
Quelle: Teckbote
Direkt zu unserer Bildergalerie
Klassik und Hip-Hop in einem Requiem vereint
Liederkranz Owen e.V., Kantorei Dornhan und "arcademia sinfonica" beeindruckten mit Karl Jenkins' Totenmesse
OWEN Wer glaubt, dass klassische Musik heute nichts mehr zu bieten hat,
staubtrocken und langweilig ist, der hat Karl Jenkins' "Requiem" noch nicht gehört.
Für dieses Projekt führte Dirigent Markus Arnold den Liederkranz Owen und die Kantorei
Dornhan zu einem 60-köpfigen Chor zusammen. Gemeinsam mit dem Orchester "arcademia
sinfonica" wurde die moderne Komposition, die Klassik mit Pop verbindet und westliche
und östliche Kulturelemente verwebt, zu einem besonderen Klangerlebnis.
Schon mit dem ersten Stück "Introitus" bewiesen die beiden Chöre stimmliche
Geschlossenheit. Dass Markus Arnold den Chor und das Orchester sowohl in der Intonation
als auch in den Klangfarben sehr gut vorbereitet hatte, zeigte sich besonders bei
"Dies irae". Der Zuhörer wurde vom "Tag des Zornes" überwältig, der von Chor und
Orchester im Hip-Hop-Stil vorgetragen wurde.
Es folgte das erste Haiku, ein kurzes, traditionelles japanisches Gedicht, welches von
den Solisten Ingrid Vogel (Sopran), Larisa Malikova (Mezzo-Sopran) und Sabine Klein
(Alt) eindrucksvoll vorgetragen wurde.
Einen musikalischen Kampf führten Chor und Orchester in "Rex tremendae", um sich
anschließend in dem Stück "Confutatis" in harmonischen Klängen wieder zu vereinen.
Zwischen zwei weiteren Haiku, forderten die Frauenstimmen in "Lacrimosa" mit weinerlichen
und seufzenden Stimmen "Gütiger Jesus, gib ihnen die ewige Ruhe". Eindrucksvoll war hier
die solistische Oberstimme von Larisa Malikova, die mit klarer Stimme in den höchsten
Tönen fast Übermenschliches leistete.
Dabei bildeten die gregorianischen Männergesänge in "Benedictus" und "Agnus dei"
einen herrlichen Kontrast zu diesen fremden Klangbildern.
Der 11-jährige Ardi Malikov verzauberte die Zuhörer in "Pie Jesu" mit seiner zarten
und doch klangvollen Stimme. Die goldenen Klänge der Harfe in "Paradisum" vermittelten
sanfte, helle Bilder von warmem Licht und Engeln.
Den perfekt aufspielenden Musikern der "arcademia sinfonica" gelang es meisterhaft,
dieses eindrucksvolle Werk mit all seinen Variationen dem Zuhörer näher zu bringen.
Alle Akteure schafften es den Spannungsbogen von Beginn bis zum Schluss zu halten und
dem Thema Tod eine musikalische Interpretation zu geben, die in keiner Weise bedrückend ist.